Seit nunmehr 13 Jahren wird die Integrierte Leitstelle (ILS) vom Standort Passau aus betrieben – mit dem gesetzlichen Auftrag den Rettungsdienst zu organisieren und die Alarmierung der Feuerwehr zu koordinieren. „Seither hat sich enorm viel getan: technisch, taktisch und auch hinsichtlich struktureller Anpassungen. Unsere Auf-gaben gehen mittlerweile weit über den ursprünglichen Auftrag hinaus“, erklärt ZRF-Geschäftsleiter Dieter Schlegl bei einem Besuch der beiden Landtagsabgeordneten Stefan Meyer und Josef Heisl.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) Leitstellenleiter Sebastian Fehrenbach, MdL Josef Heisl, MdL Stefan Meyer und ZRF-Geschäftsleiter Dieter Schlegl.
Letzterer hatte in seiner Funktion als Mitglied im Innenausschuss des Bayerischen Landtags großes Interesse an den aktuellen Entwicklungen um den Aufbau des Landesamtes für Bevölkerungsschutz, das seit April 2026 am Start ist. „Auswirkungen im In- und Ausland sorgen natürlich bei uns für Veränderungen, daher sind wir einen stän-digen Wandel unterlegen“, betont Leitstellenleiter Sebastian Fehrenbach. „Wir stehen mit Blick auf heute super da. Eine tragende Säule ist hier auch die Politik, die uns stets mitträgt, fordert, aber eben auch immer entsprechend fördert – alle 26 Leitstellen in Bayern. Gerade in den letzten Jahren gab es sehr kluge politische Entscheidungen – ich denke hier an den Digitalfunk, oder auch speziell für unsere Region die Zentralisierung hier am Standort Passau“, so Fehrenbach weiter.
Im Austausch mit den ILS-Vertretern sind verschiedene Bereiche des Bevölkerungsschutzes besprochen worden: Sirenennetz und die Alarmierung im Katastrophenfall ins-gesamt. Mit dem deutschlandweit ersten Landesamt für Bevölkerungsschutz ist in Bayern unter dem Dach des Bayerischen Innenministeriums eine Institution aufgebaut wor-den, die Führungsstrukturen für den Bevölkerungsschutz auf Landesebene nachhaltig stärken soll. „Die Idee ist, organisationsübergreifende strategische Vorbereitung von Einsatzlagen zu verbessern. Das Landesamt soll zu einer Stärkung der Krisenresilienz in Bayern beitragen“, weiß MdL Josef Heisl. „Der Umgang mit Großschadenslagen oder auch im Katastrophenfall ist damit gebündelt – davon profitiert die Bevölkerung in ho-hem Maße“, ist der Leitstellenleiter überzeugt. Die Umstrukturierung samt Aufbau des Landesamtes für Bevölkerungsschutz führt am Ende zu einer starken Ressourcenbün-delung, klaren Zuständigkeiten, einer Aufstockung personeller Kapazitäten und damit auch einer höheren Effizienz. Die Aufgaben aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungs-wesen sowie Katastrophen- und Zivilschutz werden somit enger miteinander verzahnt.
„112 ist eine Notfall-Nummer – keine Service-Nummer“
Mit rund 300.000 Notrufeingängen im Jahr, haben sich Kontaktaufnahmen bei der ILS in Passau in den letzten Jahren nahezu verdoppelt. „Das Anspruchsdenken der Menschen hat sich stark verändert und hier müssen wir eine Umkehr finden. Die 112 ist eine Not-fall-Nummer, keine Service-Nummer“, beklagt der Leitstellenleiter im Gespräch mit den Abgeordneten. Die Hemmschwelle den Notruf zu wählen sei gering, die Erwartungshaltung der Menschen gleichermaßen hoch. „Zudem haben wir immer mehr mit Beleidigungen und Anfeindungen zu kämpfen“, so Fehrenbach weiter.
„Ein sehr aufschlussreicher Austausch, aus dem wir einige Anliegen und Herausforderungen mit nach München nehmen“, dankt MdL Meyer abschließend.