Sie haben sich komplett dem Gewässer verschrieben. Die Familie Noé lebt nicht nur am Fluss, sie arbeitet mit und auf der Donau. Das Traditionsunternehmen, ehemals Donauschifffahrt Wurm und Köck, betreibt seit dem Jahr 1974 die Reederei in Passau – bis heute die größte Ausflugsreederei auf der Donau.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) Margit und Florian Noe, MdL Josef Heisl und Kapitän Andreas Taronna
MdL Josef Heisl hat sich im Zuge eines Ortstermins über die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Binnenschifffahrt und die touristischen Entwicklungen in der Region informiert. Wo ginge das besser als direkt auf dem Schiff? Auf dem Ausflugsschiff Sunliner hat sich der CSU Landtagsabgeordnete mit den Geschäftsführern Margit und Florian Noé zu den aktuellen Rahmenbedingungen ausgetauscht. Die Flotte der Reederei ist zwischenzeitlich auf 12 Schiffe angewachsen, verteilt auf die drei Standorte Passau, Regensburg und Linz. „Wobei Passau zu unseren Hauptstandorten zählt, mit derzeit acht Schiffen entlang den Anlegestellen“, erklärt Florian Noé. Ein Thema, das die Reederei immer wieder aufs Neue beschäftige: Personal. „Die Ausflugsschifffahrt ist ein Saisongeschäft. Heißt, die Sommermonate sind sehr anstrengend, wohingegen Januar bis März sehr ruhige Monate sind“, gibt Margit Noé weiter Einblick. Vor allem das nautische Fachpersonal sei rar gestreut und daher schwer zu bekommen – auch deswegen bilde Wurm und Noé auch immer wieder selbst aus, mit derzeit einem Auszubildenden zum Binnenschifffahrtskapitän am Standort Passau. Die Binnenschifffahrt sei weiter mit einer hohen Störanfälligkeit verbunden. „Hochwasser, Niedrigwasser, dann ist wieder die Schleuse kaputt, Busse treffen verspätet ein – wir haben tagtäglich mit Unvorhergesehenem zu tun“, erklären die Touristiker. Das Reedereigeschäft ist höchst kapitalintensiv – „die Preise explodieren; die Werften selbst werden immer weniger“, erklären die Inhaber. Derzeit arbeite man an der Elektrifizierung der Flotte. „Mit dem Sunliner sind wir bereits elektrisch auf der Donau unterwegs und derzeit befindet sich unsere Sissi in der Umrüstung, um unsere Dreiflüsse-Rundfahrten in Passau vorrangig elektrisch anbieten zu können.“ Dabei ginge es der Reederei vor allem strategisch um eine zukunftsweisende Aufstellung des Unternehmens: „Rentabel ist so eine Umrüstung tatsächlich nicht, aber Emission ist das Thema dieser Zeit und auch für unsere Branche essenziell“, so Florian Noé. Mit knapp 10 Knoten und einer Brise kalter Maiwind im Gesicht hat sich MdL Josef Heisl an Deck über den Betrieb des Sunliners aufklären lassen. „Das Unternehmen ist unbestritten ein touristischer Leuchtturm in unserer Region“, betont der CSU-Landtagsabgeordnete und dankt für die wertvollen Einblicke im Bereich Personenschifffahrt.