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24.01.2025 | Laura Eigsperger | Untergriesbach

„Im sozialen Bereich darf keine Arbeit liegen bleiben“

MdL Josef Heisl im Austausch mit dem Kitaträger Caritas und dem Kindergarten Untergriesbach

Am vergangenen Freitag fand ein intensives Gespräch zwischen dem Landtagsabgeordneten Josef Heisl, Untergriesbachs Bürgermeister Hermann Duschl sowie des Kindergartens Untergriesbach und Vertretern des Caritasverbandes für die Diözese Passau in seiner Funktion als Träger von Kindertageseinrichtungen.

Foto (Laura Eigsperger): (v. l.) Regionalleitung HauzenbergJulia Heindl, Caritas-Vorstand Stefan Seiderer, Kindergartenleitung Unterfriesbach Christiane Schramm, Abteilungsleitung Kindertageseinrichtungen Melanie Krieger, MdL Josef Heisl.
 „Die aktuelle Gesamtsituation in den Kindergärten ist unbefriedigend, was jedoch nicht den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuzuschreiben ist, die täglich hervorragende Arbeit leisten“, erklärte Bürgermeister Duschl. Vielmehr sei es notwendig, an mehreren Faktoren anzusetzen, um eine langfristige Verbesserung der Betreuungssituation zu erzielen. Untergriesbachs Kindergartenleitung Christiane Schramm verwies gleich eingangs darauf, dass die Anforderungen an Fachkräfte im Bereich der frühkindlichen Erziehung steigen, vor allem aufgrund der zunehmenden Integration von Kindern aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen. Diese Entwicklung bringe neue Herausforderungen für die Fachkräfte mit sich, die entsprechend gut ausgebildet sein müssten, um den komplexen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Zudem führt der hohe Bürokratische Aufwand immer wieder zu Problemen. „Diese Zeit fehlt mir bei den Kindern“, so die klare Aussage von Schramm. Julia Heindl, Regionalleiterin in Hauzenberg, hob hervor, dass sich die Anforderungen an die Kinderbetreuung stark verändert haben. Sie erklärte, dass Einrichtungen wie in Untergriesbach und Obernzell als positive Beispiele fungierten, da sie gut saniert und die Rahmenbedingungen für Fachkräfte optimal seien. „Es gibt dort eine geringe Fluktuation im Personal, was ein Zeichen für die guten Arbeitsbedingungen ist“, so Heindl. Doch die Situation in anderen Einrichtungen sei deutlich schwieriger, da die Fluktuation hoch sei und es zunehmend schwerfällt, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Besonders die unsicheren Arbeitsverhältnisse und die Koppelung der Arbeitsstunden an den Elternwillen seien zentrale Herausforderungen. „Langfristige Arbeitsverträge und verlässliche Arbeitszeiten sind entscheidend“. Josef Heisl betonte, dass die Anpassung des Anstellungsschlüssels in Kitas zwar nicht sofort eine Lösung für das Problem des Personalmangels bieten wird, jedoch ein dringender Handlungsbedarf in dieser Angelegenheit besteht. Besonders sprach er sich für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres aus, das eine wertvolle Gelegenheit für junge Menschen bietet, sich persönlich weiterzuentwickeln. „Ein solcher Einstieg in gesellschaftliches Engagement könnte nicht nur die Jugendlichen bereichern, sondern auch den Sozialbereich stärker in den Fokus rücken“, erklärte der Abgeordnete. Er betont weiter, dass die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements eine zentrale Rolle spielen muss, um auch in Bereichen wie den Kindergärten, die derzeit unter Personalmangel leiden, langfristig Unterstützung zu schaffen. „Das Thema Kindergarten und frühkindliche Bildung ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit“, betont auch Caritas Vorstand Stefan Seiderer. Besonders wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang eine fundierte und adäquate Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher. „Die vier Jahre dauernde Ausbildung ermöglicht es den Fachkräften, mit der nötigen Reife und Expertise in den Beruf einzutreten und die vielfältigen Anforderungen des Arbeitsalltags professionell zu meistern“, so Seiderer. 
Auf die Feinfühligkeit im Umgang mit Kindern setzt. Melanie Krieger, Abteilungsleitung für Kindertageseinrichtungen im Caritasverband der Diözese Passau: „Es ist entscheidend zu verstehen, warum Kinder bestimmte Verhaltensweisen zeigen und wie man mit verschiedenen Themen sensibel umgeht.“„ Die fachlichen Inhalte, die in der Ausbildung vermittelt werden, müssen im Arbeitsalltag angewendet werden, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.“ „Wir müssen an den richtigen Stellschrauben drehen, um den Beruf des Erziehers und der Erzieherin wieder stärker in der Gesellschaft zu verankern und die Qualität der Betreuung zu sichern“, erklärte Josef Heisl abschließend. In seiner Funktion als Abgeordneter im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie sicherte er seine Unterstützung zu.