Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag setzt sich dafür ein, dass es im geplanten Primärarztsystem des Bundes eine klare Ausnahmeregelung für Psychiatrie und Psychotherapie gibt – analog zu bereits vorgesehenen Ausnahmen für Augenärzte, Gynäkologen und chronisch Kranke. Ziel ist ein direkter, niedrigschwelliger Zugang zu Hilfe, ohne Pflichtumweg über den Hausarzt. Einen entsprechenden Antrag hat der Bayerische Landtag auf Initiative von CSU und FREIEN WÄHLERN beschlossen.
CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek:
„Wer in einer psychischen Krise steckt, braucht schnelle Hilfe. Deshalb muss der direkte Zugang zu Psychiatern und Psychotherapeuten erhalten bleiben. Das Bayerische Gesundheitsministerium hat die Bundesgesundheitsministerin auf unseren Vorstoß hin bereits kontaktiert und auch die Gesundheitsminister der Länder haben auf Initiative Bayerns eine entsprechende Ausnahmeregelung gefordert. Es darf nicht passieren, dass Menschen notwendige Behandlung aufschieben oder ganz darauf verzichten, nur weil erst ein weiterer Arztkontakt vorgeschrieben ist. Außerdem muss der Beschluss des Bewertungsausschusses zur Absenkung der Honorare für ambulante psychotherapeutische Leistungen dringend überprüft und von der Selbstverwaltung nachverhandelt werden. Die Kürzung der Honorare gefährdet die wirtschaftliche Führung ambulanter Praxen – mit unmittelbaren Nachteilen für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten.“
Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion:
„Die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen ist leider noch immer real. Wer in der Krise auch noch eine Überweisung vom Hausarzt beantragen muss, bricht den Weg zur Behandlung womöglich ganz ab. Genau das wollen wir verhindern. Das Primärversorgungssystem ist richtig, muss aber dort flexible Ausnahmen vorsehen, wo besondere Versorgungsbedarfe bestehen. Die CSU-Fraktion hat das Thema frühzeitig auf die politische Agenda gesetzt. Wir werden weiter Druck machen, damit psychische Erkrankungen angemessen berücksichtigt werden und die ambulante psychotherapeutische Versorgung verbessert wird.“