Josef Heisl, MdL

Hinter den Kulissen des Zolls 

Landkreis Passau. , 28.08.2026, 12:48 Uhr | Stefanie Starke

Abgeordnete Heisl, Meyer, Toso und Koller tauschen sich mit Vertretern des Hauptzollamtes am Standort Passau aus

Was genau steckt hinter der Arbeit des Zolls? „Man sieht immer wieder die Autos fahren, ansonsten verbindet man den Zoll sicherlich am ehesten mit der Grenze oder dem Flughafen“, so MdL Josef Heisl bei einem Besuch des Hauptzollamtes am Standort Passau.

Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, RDin Petra Seidl, MdB Hans Koller, MdL Stefan Meyer und MdL Roswitha Toso sowie Hans Georg Urich (unten kniend) mit Spürhund Odin.Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, RDin Petra Seidl, MdB Hans Koller, MdL Stefan Meyer und MdL Roswitha Toso sowie Hans Georg Urich (unten kniend) mit Spürhund Odin.

Gemeinsam mit seinen Landtagskollegen Stefan Meyer (CSU) und Roswitha Toso (FW) sowie MdB Hans Koller hat er sich in großer Runde zur Arbeit und den Anliegen der Zoll-beamten ausgetauscht. Dabei gehört der Standort in der Stadt Passau zu einem von insgesamt sieben Zollstandorten, die dem Hauptzollamt in Landshut angeschlossen sind. Im Gespräch mit Hauptzollamtsleiterin Petra Seidl sowie den verschiedenen Führungskräften und Mitarbeitenden wird schnell deutlich: Der Zoll ist nicht nur an der Grenze tätig, sondern auch ganz massiv im Inland. „Wir sind eine moderne Verwaltung mit den vielfältigsten Aufgaben, die unter anderem auch von Passau aus wahrgenommen werden“, erklärt die Leiterin. Allein in Passau sind 120 Zollbeamte im Einsatz, in der Verwaltung, bei der Agrardieselstelle, im Bereich Vollstreckung von eigenen Steuerforderung wie der KFZ-Steuer, in der Bekämpfung und Ahndung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung, in der Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs am Zollamt Hafen und im Grenznahen Raum. 

Michael Pfab ist als Fachgebietsleiter im Sachgebiet Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit seinem 30-köpfigen Team zuständig für den Bereich Prüfungen und Ermittlungen insbesondere auch im Bereich organisierte Kriminalität. „Darunter fällt auch die Thematik Einhaltung des Mindestlohns, wobei das nicht unser größtes Problem ist. Wir haben die organisierte Kriminalität auf dem Schirm und hier gibt es auch in unserer Region genügend Arbeit für uns“, gibt Pfab Einblick in sein Sachgebiet, das unter anderem die Branchen Bau und Gastro im Blick behält. Dabei wer-den die Beamten häufig aufgrund aktueller Hinweislagen aktiv. Kerngeschäft sei es schließlich, die sozialen Sicherungssysteme zu schützen. „Gerade beim Thema Schwarzarbeit geht es am Ende auch um Fairness gegenüber all jenen, die sich an die Regeln halten, ihre Beiträge leisten und ihre Beschäftigten ordentlich bezahlen. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat hier genau hinschaut und unsere Zollbeamten auch die personellen und rechtlichen Möglichkeiten haben, konsequent zu handeln“, betont MdL Roswitha Toso. Dabei werde die Arbeit für die Beamten zunehmend anspruchsvoller, führt Pfab weiter aus, denn die Vorgehensweisen und technischen Möglichkeiten würden immer ausgefeilter. Ein Thema, bei der sich die Nachweisführung durchaus als komplex gestalte ist auch die Bekämpfung der Geldwäsche. Allgemein arbeite man auf allen Ebenen sehr eng und gut mit den Zusammenarbeitsbehörden zusammen. 

An festen Kontrollstandorten, unter anderem an der Grenze zu Tschechien, aber auch im Rahmen von mobilen Kontrollen ist Rosmarie Gaßler, Vertreterin des Sachgebiets C, mit ihrem Team für jedermann sichtbar im Einsatz. „Wir schauen, was die Leute ins Land bringen, und sind hier immer wieder mit Bargeldaufgriffen, Arznei- und Betäubungsmittel oder auch Plagiaten, konfrontiert“, berichtet Gaßler. Dabei sind die Schmuggelaufgriffe breit gestreut – von Zigaretten, über Drogen bis hin zur illegalen Abfallentsorgung. Der Aufgabenbereich ist eng mit dem des Sachgebiets B von Josefine Lindner verwoben: „Die Überwachung des Warenverkehrs an der Grenze gehört zu den ureigensten Aufgaben der Zöllner: Abgabenerhebung, Überwachung des Warenverkehrs, Einfuhrumsatzsteuer, Zollabgabeverordnung mit Pflanzen- und Artenschutz, Waffenschutz, Produkt-Piraterie“, wirft Lindner dabei nur einige Stichworte in den Raum. Gemeinsam mit ihrem Team habe sie dabei die Abgabe der Verbrauchssteuer, oder auch der Energie und Stromsteuer im Blick. Johannes Bredl ist zuständig für die Agrardiesel-stelle in Passau, eine von insgesamt vier Stellen bundesweit. „Wir wickeln im Jahr etwa 30.000 Anträge ab. Die Entlastung wird für Landwirte zunehmend attraktiver“, so Bredl. Angesiedelt ist hier weiter die KfZ-Steuer-Kontaktstelle. 

Kommt es zu Unregelmäßigkeiten, übernimmt das Sachgebiet Vollstreckung. „Wenn Zahlungen ausstehen, sind wir zuständig diese einzutreiben. Am Ende geht es immer zum Vollziehungs-beamten und hier sind die Zahlen durchaus steigend “, erklärt Justin Göppl zu seinem Sachgebiet, das ein Einzugsgebiet von Lindau über Augsburg bis Zwiesel umfasst. Gerade im Bereich der Vollstreckung steige das Gefährdungspotential für die Beamten zunehmend. „Beeindruckend welche Manpower und vor allem auch Vielfalt hinter dem Tätigkeitsfeld des Zolls steckt – das war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst“, erklärt MdB Hans Koller. Auch MdL Josef Heisl kann sich dem nur anschließen: „Für uns Mandatsträger sind genau solche Besuche und Ge-spräche so wichtig – um zu verstehen, welche Leistung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich erbringen, und damit Politik und Verwaltung nah beieinanderbleiben.“ 

Zölle zählen als größte Einnahmequelle des Bundes. Das Hauptzollamt Landshut, mit seinen weiteren Standorten in Passau, Suben und Plattling ist zuständig für einen Großteil des Regierungsbezirks Niederbayern sowie die oberbayerischen Landkreise Dachau, Erding und Frei-sing –– und hat im Jahr 2025 Steuern wie Zölle und Verbrauchsteuern in Höhe von 900 Millionen Euro eingetrieben. „Man liest und hört vom Zoll, aber man weiß kaum, was alles dahinter-steht. Eine wichtige Aufgabe des Staates. Schließlich geht es vor allem auch um Gerechtigkeit“, so MdL Stefan Meyer. Dabei wird die Arbeit für die Zollbeamten nicht einfacher, auch vor dem Hintergrund der sich stets wandelnden organisierten Kriminalität und den technischen Möglichkeiten: „Steigende Insolvenzzahlen oder auch KI-generierte Schreiben bei Vollstreckungsverfahren – das sind beispielhaft Aspekte, die uns sehr auf Trab halten“, dankt Petra Seidl abschließend für das Interesse der Abgeordneten aus der Region an der Arbeit des Zolls. Dabei möchte sie es nicht verpassen, auch eine klare Botschaft an Politik heranzutragen: „Wir wünschen uns Gesetze, die umsetzbar und vor allem auch anwendbar sind sowie eine bedarfsgerechte digitale Ausstattung."